Mein größtes Glück

12742017_1001588979879617_857823440123836410_n

Darf euch euch vorstellen:

mein größtes Glück – Mila Alexandria Kupilas

Zunächst mal ein paar Fakten:

  • ist am 19. Novermber 2015 geboren
  • 3170g schwer bei Geburt
  • 49cm klein
  • 3 Wochen zu früh, aber top fit
  • trägt den Nachnamen des Papas
  • zur Hälfte polnisch
  • konnte schon am ersten Tag ihren Nacken selbstständig halten 😀
  • braucht Mama’s Arm zum Einschlafen
  • weint maximal 1 Stunde insgesamt am Tag und das auch nur alle 2-3 Tage mal
  • schläft beim Autofahren ein – egal wie wach sie ist
  • Staubsaugergeräusche beruhigen sie
  • besitzt schon mehr Kuscheltiere und Klamotten als Mama und Papa zusammen 😉
  • ist extrem kitzelig – ganz die Mama
  • kann pupsen wie ein Weltmeister – ganz der Papa 😀

So ihr Lieben, einige mehr oder wenige interessante Fragen zu der kleinen Maus konnte ich euch hoffentlich schon beantworten. Eine Frage wurde mir allerdings schon häufiger gestellt und bisher habe ich sie kaum beantwortet, da sie doch sehr persönlich ist und man sie vielleicht nicht in einem Satz abharkt.


Wollte ich so jung Mama werden und war die Kleine geplant?

NEIN! War sie nicht. Und um alle Spekulationen oder Gedanken vorwegzunehmen: Nein, ich bin auch keine „Assi-Muddi“, die zu blöd zum verhüten ist – leider ist das oft der erste Gedanke, den viele Menschen haben, wenn sie hören das die Schwangerschaft nicht geplant war. Ich kann dazu nur sagen: „Es war vielleicht nicht geplant, aber doch erwünscht“. Was ich damit meine, werde ich euch gerne erklären:

Wir leben heute in einer Zeit, in der es nunmal so ist, dass man Kindern alles bieten möchte. Es reicht nicht mehr aus, nur eine Mutter zu sein, die ihr Kind liebt. Man solle nach Möglichkeit eine Frau sein, die auf eigenen Beinen steht und erfolgreich im Job ist. Natürlich darf der Vater nicht weniger erfolgreich sein. Es sollte ein schönes, eigenes Häuschen vorhanden sein, mit Garten. Das alles kostet sehr viel Geld und erfordert somit viel Arbeit. Da ein Kind aber auch viel Zeit benötigt, dürfen die Eltern natürlich nicht nur beruflich unterwegs sein, sondern so viel Zeit wie möglich dem Kind witmen. Damit das Kind nicht immer das Gleiche sieht, sondern auch mal etwas erlebt, wie Zoo etc., sollte man mobil sein. Ein Auto ist das Minimum, zwei sind aber schon besser, damit man flexibel bleibt. Natürlich fährt auch ein kleiner Fiat Punto, aber ein schöner SUV oder Kombi, mit genügend Stauraum im Kofferraum, für den Kinderwagen und Co. sind da schon besser – am besten noch mit einem Stern oder 4 Ringen auf der Motorhaube… Selbstverständlich sollte die Mama eine tolle Figur haben, der Papa durchtrainiert und das Kind immer modisch angezogen sein – aber bloß nicht zu verwöhnt sein und zu viele Dinge haben. Es soll die Dinge ja wertschätzen und nicht alles als selbstverständlich ansehen. Achja, streiten dürfen sich Mama und Papa natürlich auch nicht! Könnte ja alles auf’s Kind abfärben. Und wisst ihr was Mädels? Genau diese Worte kamen auch aus meinem Mund. Natürlich wollte ich, dass alles perfekt wird. Deshalb wäre ein Kind auch immer fehlt am Platz gewesen. Denn es war alles andere als perfekt!


„Aber hey, das ist das Leben! Perfekt gibt es nie!!!“


Und dann kam der Schwangerschaftstest… Wie gesagt, es war alles andere als perfekt. Für ein lockeres Leben als 23 Jährige, war es vollkommen OK. Eine kleine schicke Wohnung, Kohle zum Shoppen, eine Beziehung – mal Stress, mal Wolke 7 … Alles kein schlechtes Leben, aber eben kein Leben in dem ich ein Kind hätte großziehen wollen. Und dann kam es wie es kommen musste: 2 Tage überfällig! Kein großer Zeitraum, aber ich hatte von Anfang an ein komisches Gefühl. Es hätte auch der Stress sein können? Vielleicht wirkte die Pille nicht durch die Magendarm Grippe?… Vielleicht aber auch nur wieder Panik umsonst? Welches Mädel kennt dieses Gefühl nicht… Ich entschloss mich dazu, es meinem Freund zu erzählen(mit dem es zu diesem Zeitpunkt alles andere als rosig aussah). Er reagierte erst ganz cool und meinte auch, ich würde mich wieder nur verrückt machen und fuhr nach Hause. Am nächsten Morgen, rief er an, sagte mir, dass er eine echt bescheidene Nacht hatte und fragte mich, ob es okay wäre, wenn er einen Test besorgt und vorbei kommt. Gesagt getan. Ich hab den Test gemacht. Irgendwie hatte ich tierische Angst, gleichzeitig erwartete ich gleich ein „Nicht schwanger“ auf dem Display zu lesen und mich darüber aufzuregen, mich verrückt gemacht zu machen. Das „Nicht“ erschien allerdings nicht. Stattdessen kam noch ein tolles 3+ dazu. Mädels, glaubt mir, innerhalb einer Sekunde ist mein Leben in hundert Teile zersprungen. Ich bin in Tränen ausgebrochen – nicht vor Glück! Ich war am Ende meiner Kräfte, schloss mich ein und weinte ununterbrochen. Mein Freund hatte zunächst keinerlei Chance irgendetwas für mich zu tun, oder irgendwie zu Wort zu kommen. Ich hab nur diese Sätze immer wiederholt: „Ich werde das Kind nicht bekommen. Es muss weg. Ich kann keine Mutter sein.“ Wirklich schlimme Sätze eigentlich, die ich damals allerdings einfach aus der Verzweiflung heraus gesagt habe. Nach einigen Stunden beruhigte ich mich wieder und ließ meinen Freund zu Wort kommen. Und das war das tollste, was ein Mensch in diesem Moment hätte sagen können:


„Ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll, aber ich freu mich irgendwie.“


Ich glaube eine tollere Aussage hätte man sich von keinem Mann wünschen können. Wir hatten Stress, er wurde ungewollt Papa – so viele Männer würden durchdrehen, die Frau zur Abtreibung raten, oder das Weite suchen. Und so absurt das kling: In dem Moment hätte ich mir das von ihm gewünscht. Ich war einfach noch nicht bereit dazu, auch nur ansatzweise in diese Richtung zu denken. Während ich dabei war mich immer wieder erneut in alles Negative reinzusteigern und mir immer wieder vor Augen zu führen, was nicht meiner Traumvorstellung entspricht, war er schon dabei, die positiven Dinge zu sehen und mir diese vor Augen zu führen. Was wirklich nicht einfach war, da ich der absolute Sturkopf bin. Aber wie ihr seht, hat es geklappt. Nach dem ersten Schock ging es sogar relativ schnell. Schnell sah ich nicht mehr nur ein fehlendes Haus und mein junges Alter. Ich fing an, auch mal die Dinge wahrzunehmen, die positiv sind – aber vorallending fing ich an, eins zu verstehen:


„Es gibt NIE den perfekten Zeitpunkt. Es wird NIE die perfekten Voraussetzungen geben und es wird auch NIE alles perfekt werden.“


… was aber noch lange nicht heißt, dass es nicht verdammt schön werden kann. Und ich glaube der Schlüssel zum Glück ist es, sich genau das immer wieder vor Augen zu führen. Wer nicht die Erwartung hat, dass bald alles perfekt wird, wird nicht enttäuscht. Wer nicht enttäuscht wird, hat Platz für Glück.

Warum ich euch das hier alles geschrieben habe? Ganz einfach: Facebook, Instagram und Co. vermitteln einem immer wieder den Eindruck, bei den Anderen sei alles perfekt. Es lässt einen sich selber schlechter fühlen, bzw. gibt einem das Gefühl noch nicht bereit zu sein, für manche Dinge. Diesen Eindruck möchte ich euch nehmen! Ihr sollt nicht auf meinen Blog kommen und mich bewundern und feststellen, wie perfekt und vollkommen mein Leben ist. Denn das ist es nicht! Das macht es allerdings nicht weniger lebenswert. Ich werde euch in Zukunft noch oft genug an schönen Dingen teilhaben lassen, wichtig ist mir nur, dass ihr nicht vergesst, dass es auch eine andere Seite gibt. Das Internet ist voll mit Bloggerinnen die ihren perfekten Style, ihre perfekte Wohnung, ihre perfekte Familie oder ihren perfekten Body präsentieren. Ich schau mir vieles davon wirklich gerne an und lasse mich inspirieren – aber mein Blog soll in eine etwas andere Richtung gehen… Was natürlich nicht heißt, dass ich euch nicht an Produkten/Mode die ich gut finde teilhaben lasse, oder euch voller Stolz süße Fotos meiner kleinen Maus, oder mal das ein oder andere Selfie präsentiere ;-).

Abschließend möchte ich natürlich sagen, dass ich eine überglückliche und stolze Mami einer tollen Tochter bin, die ihre kleine Maus selbstverständlich trotz anfänglicher Probleme über alles liebt und euch das noch oft genug auf die Nase binden werde ;-). Ich werde euch natürlich noch von der Schwangerschaft, von den Geburt und von meinem jetzigen Leben berichten. Nur macht euch drauf gefasst:


„Es wird nicht immer alles perfekt und schön sein – denn ich schreibe hier kein Märchen, sondern meinen Blog ;-)!“


Habt eine schöne Nacht Hasen :*

1 Gedanke zu „Mein größtes Glück“

  1. Sehr schön geschrieben. Wenn man auf den richtigen Zeitpunkt wartet, wartet man Ewig. Es gibt nicht schöneres als ein Kind. Und Mili ist echt Zucker :*
    Und leider hast Du auch Recht mit den ganzen „perfekten“ Familien in den sozialen Netzwerken, irgendwie ist das Ganze auch ansteckend und manchmal denkt man echt darüber nach, dass man manche Dinge so machen muss, wie alle sie machen. Aber wenn man ehrlich ist, ist das alles Quatsch.
    Schöner und authentischer Blog.

    LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *